"Türchen"-Zeit

02.12.2015



Ganz in der Tradition des "Türchen´s öffnen" ... öffne nun auch ich Euch kurz ein Kleines meiner Wenigkeit bzw. meiner teilweise wirren Gedankenwelt. Thematisch würde ich gern auch direkt bei diesem Thema bleiben wollen. Öffnen und schließen wir doch tagtäglich Türen. Meist völlig selbst-verständlich. Manchmal mit Hindernissen, manchmal sogar automatisch (wie in Kauf- und krankenhäusern).

Komplizierter wird es da schon mit den nicht sichtbaren "Türchen", die wir doch alle zuhauf mit uns herumtragen. Wir öffnen z.B. neuen Menschen eine Türe zu UNSEREM Kopf, manchmal sogar zum Herzen und hoffen im besten Falle darauf, dass der andere Mensch ähnlich handelt und behutsam mit dem umgeht, was Er/Sie/Es beim betreten so vorfindet. Tritt das Gegenteil ein, so sehen wir uns gezwungen ... zukünftig neuen Menschen diese Türen nicht mehr so leicht zu öffnen. Wir werden von Mal zu Mal ... von Erlebten zu Erlebten scheinbar vorsichtiger. Unsere Türen werden mit Ketten gesichert, eine alten Kommode

vorgeschoben und wir blinzeln irgendwann nur noch vorsichtig durch den "Spion" nach dem, was sich da wohl vor unserer Türe abspielt. Das wir mit dieser beschränkten "Sichtweise" kaum noch das große Ganze erkennen ist uns dabei oft gar nicht bewußt - wundern uns aber darüber, das der Mensch vor der "Türe" meist sehr schnell das Weite sucht. Denn mal ehrlich ... wer unterhält sich schon gern durch eine "Türe" mit Jemandem, der sich nicht "zeigen" mag bzw. einen nicht freundlich "herein bittet"!?

Manch Mensch entschliesst sich sogar, nach größeren Enttäuschungen etwa, seine Türen gänzlich verschlossen zu halten. Ohne auch nur einen kleinen Blick vor die Türe zu riskieren. Verständlich aber unheimlich tragisch. Für den Menschen selbst, aber auch die Menschen, die Ihn/Sie ernstgemeint und aufrichtig um "Eintritt" bitten.

Und doch mag eigentlich NIEMAND wirklich Türen verschließen. Weder die Türe zum Zug, wenn ein geliebter Mensch noch am Bahnsteig steht und insgeheim hofft, der Zug möge bitte niemals abfahren. Noch, wenn es um eine Trennung zweier Menschen geht, bei der ja meist Einer die Türe (gefühlt herzlos) einfach so verschließt ... während der Andere sich nicht abfinden kann/mag und diesem Menschen seine Türe (meist unnötig lange) weiter offen hält ... in der Hoffnung, dieser eine Mensch möge nochmal eintreten ... irgendwann. Verrückte Sache.

In solchen Momenten wünscht man sich übrigens, man könnte so sein ... wie diese Anderen eben ... die Drehtüren zu nutzen scheinen. Bei solchen Menschen scheint ALLES immer so easy. Ich denke aber ... geradebei diesen Menschen, "läuft" man schneller in´s "Leere" als bei Denen, wo man erstmal höflich anklopfen muß.  Ich weiß übrigens noch aus Erzählungen meiner Großeltern, das Sie damals niemals Türen verschließen mußten. Ähnlich offen waren Sie (vergessen wir mal kurz die Nazizeit) deshalb wohl auch im Geiste. Im Umkehrschluß scheint Heute ALLES und JEDER irgendwie verschlossen. Und das, wo wir ALLE (die Gesellschaft) doch angeblich so offen und liberal wie nie zuvor leben können/dürfen? Wie geht das? Wir sind doch so viel mehr aufgeklärt, haben ein viel größeres Wissen und die Technik hat die "Welt" klein und greifbarer gemacht. Was ist da also los? Ich erkläre es mir recht simpel. Die "schöne neue Welt" ist/wird uns einfach zuviel! Wir brauchen diese "Türen"

... um zu verschließen. Uns zu schützen. Gut ... mal einen Spalt auflassen für diese Fluten von Bildern, Nachrichten, Neuen Medien, Unterhaltung, Ständige Erreichbarkeit, Druck im Job, Familie, Menschen, Alltagsprobleme etc. Müssen aber im rechten Moment auch geschickt verschließen, wenn´s zuviel wird. Wer das nicht einigermaßen hinbekommt, der wird einfach überrollt. Hey, burnout ist ja nicht umsonst weiterhin voll im Trend! 

Zum Schluß meine einfache Bitte (und nicht nur in der Zeit des "Türchens öffnen") an Euch ... lauft mit offenen Augen aber vor allem offenen "Türen" durch die Welt. Egal, ob es Menschen oder bestimmte Themen des Lebens betrifft. Und wenn es letztendlich doch nur ein klitzekleiner offener Spalt ist.


Eine schöne Vorweihnachtszeit Euch.

Andi

Mein persönlicher Song zu dieser Geschichte:

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Kommentare: 2
  • #1

    jenny (Freitag, 04 Dezember 2015 17:54)

    <3

  • #2

    Andreas (Freitag, 04 Dezember 2015 18:03)

    <3

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